Chokmah – Das Bewusstsein der Erleuchtung

Chokmah – Das Bewusstsein der Erleuchtung

Chokmah Kabbala Sternenhimmel2. Sephirah Chokmah – Weisheit– Das Bewusstsein der Erleuchtung

Chokmah bedeutet göttliche Weisheit und verkörpert die umfassende Weisheit und Fülle Gottes, mit der Er alles Lebende nährt, beatmet und erfüllt. Diese Lebenskraft durchströmt jedes Mineral, jeden Stein, jede Pflanze, jedes Tier, jeden Menschen. Alles wird von dieser einen Kraft belebt. Chokmah stellt die eine unendliche, unbegrenzte, alle menschliche Vernunft überschreitende Weisheit dar, die sich uns als heiliger Odem oder als göttliche Gnade in unserem Herzen kundtut. Diese Sephirah wird dem Planeten Uranus zugeordnet.

Chokmah reflektiert den Urwillen zum Guten und ist gleichzeitig die potentielle Kraft. Sie ist in Bezug zu Binah männlich und projizierend. Der westliche Mensch neigt zu einer destruktiven Haltung gegenüber dem kosmischen Vaterprinzip. Es ist notwendig eine positive Einstellung zu Vater und Mutter zu kultivieren, was wiederum in Verbindung mit der richtigen Sichtweise zum Geben und Nehmen steht. Der Mensch hat primär die Aufgabe bewusst das Prinzip des Gebens zu integrieren. Der kosmische Vater hat dem Sohn ein Reich gegeben, welches er verwalten soll. Ist der Sohn jedoch unreif, so kann er das Land seines Vaters nur unreif verwalten. Hierzu zählt auch das Verständnis für das Gebot des Zehnten.

Durch das Geben des zehnten Teils wird der Mensch vom Geschöpf zum Schöpfer. Er lernt freimütig zu geben und kultiviert gleichzeitig seine Tugenden.

Bedingt durch seine große Unwissenheit glaubt der Mensch, dass er sich frei für etwas entscheiden könnte, dass er seinen eigenen Willen durchsetzen kann, kosmische Gesetzmäßigkeiten für ihn nicht gelten, sich keiner Hierarchie fügen muss, ohne dass dies Konsequenzen nach sich ziehen würde. Er hat zwar das Gefühl der Willensfreiheit, jedoch ist dies nur der Schatten eines größeren Willens. Jesus lebte bewusst den Willen seines Vaters. Gnade, die wir erfahren ist nicht etwa ein Akt gesetzloser Willkür, sondern vielmehr Ausdruck der allumfassenden Allgegenwart Gottes, die jedoch unserem Leben und unserer Seele stets nur einer umfassenden Gerechtigkeit und einem inneren Gesetz zuteil wird. Die Gnade, die wir erfahren, ist niemals Akt einer übermenschlichen Willkür, sondern stets Bestimmung oder Verdienst. Die Gnade Gottes ist erfahrbar, wenn wir in unserem Leben bewusst in Gott sind, Seiner Ordnung und Seinem Gesetz, Seiner Liebe und Seinem Licht Ausdruck verleihen.

Krankheit ist ein Zeichen, dass irgendwo in unserem Leben etwas nicht stimmt. In jedem Leid und Schicksal ist ein Funken Gnade enthalten, eine Chance, zu erkennen um was es geht.

Gesetz und Gnade sind nur zwei Seiten, zwei Erlebnisformen der einen Wahrheit und Seines unabänderlichen Seins. Leben wir in Gott und im Einklang mit dem umfassenden Klang des Lebens, so erleben und erfahren wir Ihn als Gnade, als unbegrenzte Fülle von Weisheit, Liebe und Barmherzigkeit, doch stellen wir uns gegen Ihn und unser eigenes Wesen, so offenbart Er sich als Gesetz. Und als solches fordert Er Seine Konsequenz. Deshalb heißt es in Psalm 18,27: „Bei den Heiligen bist du heilig, bei den Verkehrten bist du verkehrt.“