Elias Rubenstein – Die Zehn Gebote der Liebe

Elias Rubenstein – Die Zehn Gebote der Liebe

Die Zehn Gebote der Liebe – Die Weisheit der Bibel für eine erfüllende Partnerschaft
Christliche Kabbala Elias RubensteinAus der Einleitung (Leseprobe) aus dem Buchs von Dr. Elias Rubenstein

Da ein Großteil der Leser dieses Buchs im Westen lebt, ist es im Vorwort erforderlich, den wesentlichen Unterschied zwischen dem religiösen Weg des Ostens und des Westens näher zu beleuchten. Dieser Unterschied gründet vor allem in der Lebensweise, als auch im gesellschaftlichen Hintergrund. Der Inhalt dieses Buches ist demnach auf den ersten Blick, für den im Osten lebenden Menschen, eher irrelevant. Es ist insbesondere für den Menschen des westlichen Kulturraums geschrieben und behandelt demnach die überlieferte abendländische Tradition. Vergleichen wir die spirituellen Lebenswege des Westens und Ostens, so stellen wir fest, dass es hier sehr deutliche Unterschiede gibt.

Im Osten lebt der spirituelle Mensch in einem klosterähnlichen Aschram von Gleichgesinnten, das von den weltlichen Aufgaben und Herausforderungen abgeschieden ist. Der westliche Schüler hingegen befindet sich in einem facettenreichen Umfeld von Beruf, Familie, Freunden und Bekannten.

Im Osten ist Vegetarismus verpflichtend, im Gegensatz dazu ist der Fleischgenuss im Westen sogar Bestandteil mancher religiöser Feierlichkeiten, wie beispielsweise dem jüdischen Pessachfest. Weitere Differenzen finden sich beim Alkohol. Im Osten ist der Alkoholkonsum strikt verboten und wird als Laster angesehen, indessen werden im Westen sogar bei religiösen Riten alkoholische Getränke konsumiert, so zum Beispiel beim christlichen Abendmahl. Der gravierendste Gegensatz findet sich wohl in der Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität. Dem östlichen Aspiranten ist Sex strengstens untersagt und er lebt eine sexuelle Askese. Im Westen hingegen ist die Partnerschaft mit Nachwuchs ein Bestandteil des alltäglichen Lebens und somit ein erstrebenswertes Ziel. Die Sexualität nimmt daher einen beachtlichen Stellenwert ein. Außerdem wird im Westen die sexuelle Vereinigung dem heiligen Tag Gottes, dem Schabath, zugewiesen. Dies sind einige äußerlich sichtbare Unterschiede.

Ein genauerer Blick zeigt: Man kann die beiden Wege als verschiedene Phasen des Sonnenlaufs betrachten. Die Sonne ist seit jeher ein Symbol für das geistige Erwachen. Darum steht der Begriff Licht in Zusammenhang mit der Erleuchtung. Im Osten geht die Sonne auf und im Westen geht sie unter. Der östliche Weg entspricht dem Sonnenaufgang der Seele, dem gegenüber ist der westliche Weg mit dem Sonnenuntergang vergleichbar. Der Sonnenaufgang unterscheidet sich vom Sonnenuntergang genauso, wie der Tag von der Nacht. Es ist zwar die gleiche Sonne, aber dennoch gibt es einen bemerkenswerten Unterschied. Beim Sonnenaufgang geht das Licht in der Finsternis auf. Beim Sonnenuntergang gibt es bereits Licht und die Sonne geht unter. Die westlichen Mysterien haben einen Bezug zu Leben und Tod, daher werden die Mysterien des Todes konkret behandelt.

Das sieht man ganz besonders in den Symbolen der christlichen Mystik, wo Kreuzigung und Auferstehung als wichtigste Sinnbilder gelten. Sogar mystische Ordenswege wie Freimaurer und Rosenkreuzer bewahren solche Symbole, welche die Unsterblichkeit der Seele und den Seins Auftrag des Menschen veranschaulichen. In der westlichen Tradition geht es auch um die bewusste Auseinandersetzung mit der materiellen Welt.

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