Netzach – Sieg

Netzach – Sieg

Kabbala Mystik Symbole7. Sephirah Netzach – Sieg – Das Bewusstsein der Verborgenheit

Die siebte Sephirah Netzach des Lebensbaum der Kabbala bedeutet Sieg, Ewigkeit oder Lebenskraft, denn Netzach ist die Quelle der siegreichen Inspiration, der Grüne oder der Keltische Strahl und wird der Sphäre der Gedanken und der Wünsche zugeordnet. Netzach ist das Prinzip des kreativen künstlerischen Denkens. Auf der rechten Seite des Lebensbaums angeordnet, direkt unter Chesed (Barmherzigkeit), kennzeichnet Netzach die Fortsetzung des stetigen Wirkens seelisch-geistiger Kräfte in die Welt, mit der klaren Absicht, Siege zu erringen und Fortschritt zu bewirken.

Der Archetyp von Netzach ist ein weiblicher Aspekt in der Manifestation – Aphrodite und Venus. Diese Liebesgöttinnen veranschaulichen die Wunschnatur des Menschen. Verlangen und Wünsche sind eine Notwendigkeit der menschlichen Natur. Durch Liebe, Wünsche und Weisheit wird der Mensch Wachstum erfahren. Sie sind unverzichtbar und ausschlaggebend für ein Gelingen des spirituellen Fortschritts. Netzach wird dem Element Feuer zugeordnet und ist der Motor der Motivation.

Netzach als Sephirah des Gefühls und der Kreativität wird auch als „okkulte Intelligenz“ bezeichnet. Okkult bedeutet verborgen, geheim oder mysteriös. Aus dieser Sphäre gehen alle Inspirationen aus, welche nicht nur dem Künstler und der Künstlerin zuteilwerden, sondern jedem schöpferisch tätigen Menschen. Netzach, welche dem Element Feuer angehört, ist eine aktive Sephirah. Wenn bei kreativen Betätigungen die feurige Kraft gespürt wird und lodert so ist dies die feurige und kreative Energie von Netzach. Dieses Sehnen nach Erfüllung kann viele unterschiedliche Formen annehmen, abhängig vom Entwicklungsstand des Menschen wird es Leid oder Erlösung bringen.

So gibt es wesentliche Unterschiede in der Qualität des Sehnens. Der unreife Mensch ist ein Knecht seiner Leidenschaften oftmals durch Erfolglosigkeit und Schwäche hervorgerufen. Er ist darauf bedacht sein Ego zu befriedigen, indem er versucht Macht und Kontrolle über seine Mitmenschen und über Situationen zu erlangen. Damit ist unweigerlich Leid vorprogrammiert. Der Kabbalist hingegen ist ein durchlässiger Kanal, durch den die Absicht Gottes zur Erfüllung kommt. Er vollzieht wie Christus den höheren Willen. Sein korrektes Verhalten lässt ihn die Welt vollkommen erfahren. Für ihn ist sekundär, welche Szene gerade auf der Bühne des Lebens abläuft. Wahre Autorität entsteht durch die Identifikation mit dem höheren Selbst, alles andere führt nur dazu, das Ego aufzublähen. Der Kabbalist weiß, welche Sanktionen fehlgeleitete Muster zur Folge haben.

Im kabbalistischen Baum des Lebens kommt zuerst die Sephira Netzach und erst dann folgt die Sephira Hod, das bedeutet, dass vor dem Gedanken der emotionale Impuls kommt. Jeder Mensch hat grundsätzlich alle Sphären in sich, die sich jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich intensiv ausdrücken. Frauen haben mehr Zugang zu Netzach und Männer mehr zu Hod. Im Laufe der Evolution findet eine Harmonisierung der Persönlichkeitsanteile statt. Dann inkarniert das höhere Bewusstsein. Das Kreuz ist ein Symbol der Harmonie und bezeichnet den Ausgleich der Elemente von Erde, Luft, Wasser und Feuer. Das Christus-Gefährt oder Merkabah kann sich erst entfalten, wenn die Persönlichkeitsaspekte balanciert worden sind.

Es ist erforderlich die Emotionalnatur zu läutern, um bewusst Liebe ausdrücken zu können. Gott führt den Menschen durch die Wünsche. Erst wenn Gott den Wunsch nach Spiritualität entfacht, ist der Mensch für diesen Weg bereit.